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In der Luftfahrt- und Rüstungstechnologie müssen Nutzer schnell erkennen können, wie der aktuelle Status ist, was bereits geschehen ist und welche Schritte die nächsten sind. Das gilt unter Zeitdruck, bei reduzierter Aufmerksamkeit und unter anspruchsvollen physischen Einsatzbedingungen gleichermaßen. In diesem sicherheitskritischen Umfeld reicht es schlicht nicht, wenn digitale Anwendungen Informationen einfach nur bereitstellen. Sie müssen im richtigen Moment eindeutig, belastbar und handlungsleitend sein.
Falsche, unklare oder schwer auffindbare Informationen sind hier keine bloße Usability-Schwäche, sie sind ein operatives Risiko. Das primäre Ziel muss daher sein, Komplexität zu reduzieren, ohne wichtige Details zu unterschlagen. Systeme müssen so strukturiert werden, dass Menschen auch in stressigen und unübersichtlichen Situationen zuverlässig und fehlerfrei damit arbeiten können.
Um performante und belastbare Softwaresysteme in herausfordernden Situationen zu schaffen, bedarf es einer systematischen Herangehensweise. Wie solche Problemstellungen gelöst werden können, zeigen drei Praxisbeispiele der Shapefield GmbH.
Für einen Kunden aus der Luftfahrttechnologie sollte ein neues ERP-System zur Verwaltung von Flugzeugsensoren entwickelt werden, es bestand jedoch die Gefahr, dass durch verschiedene in Europa verteilte Standorte Wissensinseln entstehen. Zustand, Einbau- und Lagerort sowie der Reparaturstatus mussten nahtlos nachvollziehbar sein.
Um diese Herausforderung an der Wurzel, der Informationsarchitektur, zu packen, reichte es nicht aus, lediglich eine bestehende Software optisch aufzufrischen. Stattdessen wurden nutzerzentrierte Workflows und klare Zustandslogiken entwickelt, die eine durchsuchbare Historie für jede Komponente schaffen. Informationsverluste beim Standortwechsel ließen sich so durch eine konsequent transparente Systemlogik und iterative Usability-Tests mit echten Nutzern systematisch eliminieren.
Im Defense-Sektor gelten extreme Bedingungen. Für bestimmte Einsatzszenarien wurde eine mobile Kommunikationsanwendung benötigt, die hochgradig fehlertolerant ist und für die körpernahe Nutzung ("body-worn") optimiert werden musste.
Der Schlüssel für ein solches System liegt in der Reduktion auf das Wesentliche. Abstrakt ausgedrückt: Unter herausfordernden äußeren Bedingungen muss eine Kommunikations-App für Einsatzkräfte im Grunde wie ein hochsicheres „WhatsApp für Soldaten“ funktionieren. Sie muss ablenkungsarm, absolut intuitiv und schnell bedienbar sein. Durch einen tiefgehenden UX-Research-Prozess wurden die Interaktionspfade so optimiert, dass sie wertvolle kognitive Energie sparen und schnelle, sichere Entscheidungen im Feld ermöglichen, gestützt auf ein konsistentes Design System.
Auch abseits des direkten operativen Einsatzes, etwa bei der Neuentwicklung der Corporate Website für einen internationalen Rüstungs- und Technologiekonzern, ist die Strukturierung von Informationen essenziell. Hochkomplexe Themen wie Sensorik und digitale Sicherheitslösungen müssen hier als zentraler digitaler Markenauftritt für den B2B-Kontext klar und nutzerzentriert kommuniziert werden.
Dieser gestalterische und technische Anspruch verlangte nach einer vollständig neuen Informationsarchitektur. Durch den Einsatz moderner Headless-CMS-Technologien und eines modularen Design Systems wurde ein Webauftritt geschaffen, der nicht nur performant lädt – ein oft unterschätzter UX-Faktor –, sondern auch redaktionell flexibel und für zukünftiges Wachstum skalierbar ist.
Eine funktionierende Benutzeroberfläche ist in solchen Projekten nie das Ergebnis von oberflächlicher Vereinfachung. Gute UX entsteht durch die präzise Strukturierung der zugrundeliegenden Komplexität – beginnend bei der Beobachtung realer Arbeitsabläufe bis hin zur Etablierung einer strategischen Infrastruktur. „Bei sicherheitskritischen Anwendungen ist Konsistenz kein Designprinzip – sie ist ein Sicherheitsfaktor“, erklärt Philipp Grau, Geschäftsführer der Shapefield GmbH.
Ein zentrales Werkzeug zur Lösung dieses Konsistenz-Problems ist Figma. Dabei geht es nicht darum, am Ende des Projekts einfach fertige Screens oder ein Tool zu übergeben. Vielmehr muss ein skalierbares Design System als dauerhafte digitale Infrastruktur im Unternehmen verankert werden.
„Ein Design System ist kein Abschluss-Deliverable, sondern das Betriebssystem für die Zusammenarbeit zwischen Design und Entwicklung – heute, morgen und in drei Releases“, betont Aleksej Wachs, Lead Design Systems bei Shapefield.
Mit klaren Guidelines, Schulungen und festen Übergabeformaten wird sichergestellt, dass die erarbeitete Bedienlogik nicht auf eine einzelne Anwendung beschränkt bleibt, sondern systematisch und fehlerfrei auf weitere Softwareprodukte ausgerollt werden kann.
Wer an digitalen Produkten für sicherheitskritische Kontexte arbeitet, weiß: Gute UX ist hier keine schöne Oberfläche. Sie ist die unbedingte Voraussetzung dafür, dass Software in der Realität verlässlich funktioniert, operative Risiken minimiert werden und Anwender in kritischen Momenten sicher handeln können.
Shapefield begleitet Unternehmen aus Industrie, Luftfahrt und Rüstungstechnologie von der ersten Nutzerforschung bis zum fertigen, skalierbaren Design System. Jetzt Kontakt aufnehmen: [email protected]
English version
In aviation and defence technology, users need to quickly grasp the current status, what has already happened, and what the next steps are. This applies equally when working under time pressure, with reduced attention spans, and in demanding physical environments. In these safety-critical settings, it simply isn't enough for digital applications to provide basic information. They must be unambiguous, robust, and actionable at exactly the right moment.
Incorrect, unclear, or hard-to-find information isn't just a usability flaw; it is an operational risk. The primary goal must therefore be to reduce complexity without omitting any crucial details. Systems have to be structured in a way that allows people to work reliably and without making mistakes, even in stressful and confusing situations.
Creating high-performing and robust software systems for challenging situations requires a systematic approach. Three practical examples from Shapefield GmbH show exactly how these kinds of problems can be solved.
An aviation technology client needed a new ERP system to manage their aircraft sensors. However, there was a real risk of knowledge silos forming across their various sites in Europe. The condition, installation location, storage location, and repair status all needed to be seamlessly traceable.
To tackle this challenge at its root—the information architecture—simply giving the existing software a visual refresh was not enough. Instead, we developed user-centric workflows and clear status frameworks to create a searchable history for every single component. By using a rigorously transparent system logic and running iterative usability tests with real users, we systematically eliminated any loss of information when components moved between sites.
Extreme conditions are the norm in the defence sector. A mobile communications app was needed for specific deployment scenarios—one that was highly fault-tolerant and optimised for body-worn use.
The key to a system like this is stripping it back to the essentials. Put simply: under challenging external conditions, a communications app for field forces essentially has to work like a highly secure 'WhatsApp for soldiers'. It needs to minimise distractions, be completely intuitive, and be quick to operate.
Through an in-depth UX research process, we optimised the interaction pathways to save valuable cognitive energy and enable fast, safe decision-making in the field. All of this is underpinned by a consistent design system.
Structuring information is equally essential away from frontline operations. A perfect example is developing a new corporate website for an international defence and technology group. Highly complex topics like sensor technology and digital security solutions need to be communicated clearly and with a user-centric focus to serve as the central digital brand presence for the B2B market.
This level of design and technical ambition called for a completely new information architecture. By using modern headless CMS technologies and a modular design system, we created a website that doesn't just load incredibly fast—an often-underestimated UX factor—but is also editorially flexible and scalable for future growth.
In projects like these, a functional user interface is never the result of superficial simplification. Good UX comes from precisely structuring the underlying complexity. This starts with observing real-life workflows and extends right through to establishing a strategic infrastructure.
"In safety-critical applications, consistency isn't a design principle – it's a safety factor," explains Philipp Grau, Managing Director of Shapefield GmbH.
A key tool for solving this consistency problem is Figma. But it's not just about handing over finished screens or a tool at the end of the project. Instead, a scalable design system needs to be embedded within the company as a permanent digital infrastructure.
"A design system isn't a final deliverable, it's the operating system for collaboration between design and development – today, tomorrow, and three releases down the line," emphasises Aleksej Wachs, Lead Design Systems at Shapefield.
Clear guidelines, training sessions, and fixed handover formats ensure that our operating logic isn't limited to a single application. Instead, it can be rolled out systematically and flawlessly across other software products.
Anyone working on digital products for safety-critical contexts knows that good UX isn't just a pretty interface. It is an absolute prerequisite for software to function reliably in the real world, for operational risks to be minimised, and for users to act safely in critical moments.
Shapefield supports companies in the industrial, aviation, and defence technology sectors from initial user research right through to the finished, scalable design system. Get in touch today: [email protected]
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