Softwareentwicklung wird oft in sichtbare und unsichtbare Arbeit unterteilt: hier das Backend, dort die Oberfläche. Niklas Scheid, Team Lead .NET Development bei Shapefield, hält wenig von dieser Trennung. Für ihn ist die Benutzeroberfläche kein Abschluss eines Entwicklungsprozesses, sondern das Fundament für glückliche Nutzer, Kunden und Stakeholder.
Niklas kam nicht durch Umwege in die Softwareentwicklung. Bereits vor seinem Einstieg bei Shapefield war er im .NET-Umfeld aktiv und arbeitete früh mit WPF, ein Fokus, der seither konsequent vertieft und gefestigt wurde.
Wer UI-Entwicklung mit visueller Gestaltung gleichsetzt, greift zu kurz. Dieses Missverständnis begegnet Niklas regelmäßig und es ist eines, das er mit Überzeugung korrigiert: „Gerade bei WPF wird oft unterschätzt, wie viel Architektur, Zustandsmanagement und saubere Trennung von Logik und Darstellung dahintersteckt. Themen wie MVVM, Datenbindung oder Performance sind keine Details – sie sind entscheidend für wartbare und skalierbare Anwendungen.“
Sein Fazit ist präzise: „Eine gute Benutzeroberfläche ist kein letzter Schritt, sondern ein integraler Bestandteil der Softwarearchitektur.“
.NET ist ein breites Feld, in dem Shapefield sich bewusst positioniert hat. Der Schwerpunkt liegt auf UI-getriebener Software, insbesondere WPF-basierten Desktop-Anwendungen, kombiniert mit moderner Architektur, wiederverwendbaren Control Libraries und der Umsetzung komplexer, UX-zentrierter Anwendungen.
Eine saubere Architektur, die langfristige Wartbarkeit und Erweiterbarkeit ermöglicht, kombiniert mit einer UI, die sich für den Nutzer klar, konsistent und logisch anfühlt, das macht gute Softwareentwicklung aus. Dazu kommen Performance und Stabilität. Entscheidend ist außerdem die enge Abstimmung zwischen Design und Entwicklung, damit am Ende nicht nur technisch sauberer Code entsteht, sondern auch eine durchdachte User Experience.
Wir entwickeln Software, bei der die Benutzeroberfläche nicht erst am Ende entsteht. Sie ist von Beginn an ein integraler Bestandteil der Konzeption. Daraus ergeben sich andere Anforderungen an Architektur und Prozesse und genau darin liegt unser Anspruch.
Die .NET-Landschaft verändert sich, doch WPF bleibt weiterhin ein fester Bestandteil der aktuellen .NET-Versionen. WinUI gewinnt als modernere Windows-native Alternative an Bedeutung, und hybride Ansätze wie Blazor und MAUI rücken Desktop- und Web-Entwicklung näher zusammen. Dazu kommt der wachsende Einfluss von KI auf die Art, wie Software entsteht, von der Code-Generierung bis hin zu Architekturentscheidungen.
„Bei Shapefield verfolgen wir neue Entwicklungen gezielt, aber wir übernehmen sie nicht ungefiltert. Neue Technologien oder KI-gestützte Ansätze testen wir in kleinen Prototypen oder abgegrenzten Teilbereichen. Entscheidungen im Projektkontext bleiben bewusst stabil und langfristig gedacht.“
Mit KI verändere sich weniger die Kerntechnologie selbst, so Niklas, als vielmehr der Fokus der Entwicklerarbeit: „Der Schwerpunkt verschiebt sich stärker in Richtung Bewertung, Integration und Kontrolle von KI-generiertem Output. Das ist eine andere Kompetenz – aber eine, die zunehmend wichtig wird.“
Langfristig möchte Niklas bei Shapefield etwas aufbauen, das über einzelne Projekte hinausgeht: eine Entwicklungskultur, in der Qualität nicht von Einzelpersonen abhängt, sondern im Team breit verankert ist.
„Ich möchte dazu beitragen, dass komplexe Anwendungen bei Shapefield nicht nur funktional, sondern konsequent durchdacht, wartbar und konsistent umgesetzt werden. Dazu gehört der Aufbau wiederverwendbarer UI-Strukturen und Patterns. Mindestens genauso wichtig ist es jedoch, Wissen aktiv zu teilen und gemeinsame Standards weiterzuentwickeln. Wenn Erfahrung im Team breit verankert ist und man sich gegenseitig stärker macht, steigt am Ende auch die Qualität der Ergebnisse insgesamt.“