HoloLens getestet: Ein Blick in die Zukunft Review

Veröffentlicht am 27.06.2016

David C. ThömmesDavid C. Thömmes

Auf der letzten Developer Week hatte ich die Möglichkeit am Stand der AIT die erste Generation der Microsoft HoloLens zu testen. Die Microsoft HoloLens ist eine Augmented Reality Brille, welche hochauflösende 3D-Projektionen vor dem Auge des Betrachters darstellt. Als Nutzer schaut man durch ein transparentes Visier und hat die Möglichkeit per Gesten-, Sprach-, Kopf- sowie Augenbewegung mit den Projektionen zu interagieren. Dabei verschwindet nicht die Realität, sondern diese wird lediglich um die projizierten Objekte erweitert.

HoloLens

Live

Ein kurzer Handgriff und die HoloLens saß sehr komfortabel auf meinem Kopf. Mittels Einstellungsrädchen, ähnlich wie bei einem Fahrradhelm, konnte ich die Größe verändern. Die gesamte HoloLens fühlte sich wertig und stabil an. Die erste Orientierung war etwas ungewohnt doch wenige Momente später waren die ersten Projektionen in einer atemberaubenden Qualität zu erkennen. Mit jeder Kopf- oder Körperbewegung mehr wurde die Überlagerung der Realität immer angenehmer und fühlbar. Hin und wieder lief ein Messebesucher durch eine Projektion, welche ich gerade betrachtete, jedoch störte dies nicht weiter bzw. schränkte das Erlebnis nicht ein. Interessanterweise waren in dem Areal einige Projektionen versteckt, welche erst durch das Explorieren des Areals sichtbar wurden. Dies führte unter den Testpersonen zu regelrechten Schnitzeljagden. Nach meinen ersten Erkundungen folgte ein Test der Interaktion mit Windows 10 bzw. dem Startmenü. Über eine entsprechende Fingergeste war ich in der Lage das Startmenü zu öffnen. Da ich diese Geste jedoch nicht kannte, war ich auf eine Hilfestellung angewiesen. Zur Interaktion und als Feedback für den Nutzer zeigt die HoloLens einen Cursor an. Dieser kann über die eigene Kopfbewegung gesteuert werden. Mittels weiterer Fingergesten konnte eine Interaktion mit einem fokussierten Objekt (Cursor befand sich über dem Objekt) getätigt werden. Ich nutzte das neu erlernte Wissen und erforschte die App - Galaxy Explorer. Eine beeindruckende Erfahrung.

HoloLens

Ausblick

Während meiner Tests fiel das eher eingeschränkte Blickfeld auf. Je nach Blickwinkel und Größe der Objekte, können die Objekte an den Rändern der Projektionsfläche abgeschnitten werden. Für die Zukunft wäre es wünschenswert, wenn das Blickfeld deutlich größer ausfällt. Weiterhin scheint die Gestenerkennung nicht immer optimal zu funktionieren. Es benötigt einige Anläufe, bis man die korrekten Distanzen zwischen Kopf, HoloLens und Hand zur Interaktion sowie Manipulation der Objekte gefunden hat. Mit etwas Übung ist ein Navigieren meistens möglich. Ein Hilfesystem oder On-Boarding wäre für unerfahrene Nutzer bei der Erstnutzung empfehlenswert. Ohne Zweifel ist die HoloLens eine sehr interessante und vielversprechende Innovation. Für den aktuellen Status der Entwicklung sind die genannten Abstriche ohne Problem verkraftbar. Die HoloLens bietet einen faszinierenden Blick in die Zukunft und weckt die Lust auf mehr. Gerade im Enterprise- sowie Industriekontext kann ich mir sinnvolle Assistenzsysteme z.B. für Maschinenbediener vorstellen (Wenn die Arbeitsumgebung nicht allzu destruktiv ist – Hitze, Gase etc.). Prinzipiell eröffnet die HoloLens UX Designern die Möglichkeit auf bequeme Art und Weise die Realität mit sinnvollen Metainformationen zu erweitern. Darstellungen komplexer CAD-Modelle, Fehlerhinweise an Maschinen oder vielleicht herumfliegende Code-Schnippsel für Visual Studio – vieles ist in diesen Tagen denkbar! Designvisionen die manch einer bereits bei der Google Glass hatte, scheinen heute immer greifbarer zu werden.

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David C. Thömmes

Geschäftsführung
Senior Software & UX Engineer
Microsoft MVP "Windows Development"

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